Vom Glück, anderen zu helfen

Sie kochen, sie waschen, sie musizieren, sie trainieren, sie beraten und sie helfen: Viele Unterallgäuer nehmen sich Zeit für andere oder setzen sich für ihre Mitmenschen ein. In der Vorweihnachtszeit möchten wir an jedem Tag einen dieser „Engel des Alltags“ vorstellen und würdigen. Die Porträtierten stehen auch stellvertretend für die vielen anderen Freiwilligen, die jeden Tag ehrenamtlich etwas Gutes tun.

Sie war gerade mal 18 Jahre jung und hatte ihr Abi in der Tasche. Die Welt stand ihr offen, und doch wusste Lisa Epple nicht so recht, was nun. Studieren wollte sie schon, aber nicht gleich. Und sie wusste auch nicht so recht, was ihr eigentlich liegt. 2012 machte sich die junge Mindelheimerin auf die Suche. Ein Freiwilliges Soziales Jahr schien ihr eine gute Idee zu sein. Sie wollte mehr über sich erfahren.

Am Maristenkolleg zählte Lisa zu jenen, die sich für mehr interessierten als für ihr persönliches Fortkommen. Lisa war Tutorin und kümmerte sich auch um jüngere Mitschüler. „Ich habe schon immer gerne mit Menschen zu tun gehabt“, erzählt sie. Und so entschied sie sich für ein Freiwilliges Soziales Jahr beim Roten Kreuz in Augsburg. Es sollte ihr ganz persönlicher Volltreffer werden.

Dort hat Lisa den Rettungsdienst kennengelernt. Die Kameradschaft in der Gruppe, aber auch die Dankbarkeit der Menschen, denen sie helfen konnte, hat sie berührt. Zurück in Mindelheim stand für sie fest: Einen Bürojob will sie nicht machen. Und so lässt sie sich jetzt als Notfallsanitäterin beim Roten Kreuz ausbilden, um nach diesen drei Jahren ein Medizinstudium anzufangen.

Ohne Sanitäter kein Faschingsumzug, kein Frundsbergfest und keine Lesung

In der Bereitschaft in Mindelheim hilft sie seit zwei Jahren ehrenamtlich mit, „so viel es geht“. Die Gemeinschaft sei großartig. Sie gehört zum Kreis jener, die Veranstaltungen erst möglich werden lassen. Ohne Sanitäter kein Faschingsumzug, kein Frundsbergfest und auch keine öffentliche Lesung in der Adventszeit. Und hin und wieder kommt es sogar vor, dass ihr jemand Monate nach einem Einsatz für die Hilfe dankt.

Auch in der Erstaufnahmeeinrichtung für die Flüchtlinge sind die ehrenamtlichen Helfer des Roten Kreuzes gefragt. Dort hat Lisa Epple bisher nur positive Erfahrungen gemacht. „Die Menschen sind wahnsinnig freundlich und sehr dankbar, dass sie hier sein können“. Oft seien die Flüchtlinge schon seit Wochen und Monaten unterwegs. Auf die Frage, was sie sich zu Weihnachten wünscht, sagt sie: mehr Offenheit den Flüchtlingen gegenüber.

Allen jungen Leuten, die nicht wissen, was sie nach der Schule anpacken sollen, rät sie: „Schaut einfach mal beim Roten Kreuz vorbei. Ich finde es da super!“

Quelle: Augsburger Allgemeine

Zurück